„Ich will nur sagen, dass Terrorismus das ideale Beispiel für eine Kultur der Angst ist. Die Geheimdienstszene hat ihn zum Anlass genommen, eine neue Dynamik des Überwachens in Gang zu setzen. Und das Tragischste daran ist, dass die Angst vor Terror sich inzwischen selbst ernährt. Sie hat uns dahin geführt, wo wir heute stehen. Wie sonst soll man Trump erklären denn als ein Systemversagen der Vernunft. Ähnliche Dinge passieren in Ungarn oder Polen mit ihren autoritären Führern. Überall herrscht eine Atmosphäre der Angst, und das wird sich nicht ändern, wenn wir als Öffentlichkeit nicht lernen, Angstmacherei als das zu erkennen, was sie ist. Wir müssen Angst aufessen und in eine Energie umwandeln, die eine Gesellschaft besser macht und nicht terrorisiert und schwächt. Aber nicht mal Obama konnte das.“
Edward Snowden im SPIEGEL-Gespräch: „Ich bin kein russischer Spion“, DER SPIEGEL, 37/2017, S. 38-42
Das ganze Interview gibt es hier digital: https://magazin.spiegel.de/SP/2017/37/153041935/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=vorab
Das Zitat stammt aus der analogen Ausgabe, die immer samstags erscheint und aktuell 4,90 € kostet.
Eine Antwort auf „Trump = Systemversagen der Vernunft“
Sehr weise, sehr weise!
Und das stand – ausgerechnet im Spiegel?